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Ordnung in ein visuelles Chaos
Was wichtig ist wird groß dargestellt.
Noch eine letztes Beispiel: Die Smileys. Allein der Strich, der den Mund symbolisiert, verrät uns die Stimmung. Lächelnd, traurig, nachdenklich.
So kennen wir alle eine erstaunlich große Palette von Symbolen, die allgemein verständlich sind. Natürlich hat auch die Regel des goldenen Schnitts seine Berechtigung, doch fast wichtiger ist es, erst einmal seinen visuellen Intuitionen zu vertrauen, denn da gibt es ja schon eine Vielzahl von Spielregeln, die jeder von uns beherrscht.
Im fotografischen Bereich sind nicht immer und überall so eindeutige Symbole und Metaphern vorhanden. Doch das ist auch das spannende am visuellen Abenteuer Fotografie, neue zu finden und damit die Bilder zu komponieren.
Einfachheit
Das Auge sieht nur Teilstücke der Wirklichkeit, das was interessiert und somit für einen Fotografen das Motiv ist, doch die Kamera regis-triert alles, was in ihrem Gesichtsfeld, dem Bildkreis, liegt, mal mehr, mal weniger scharf. Deshalb sollte die erste Aufgabe des Fotografen sein, nicht das erkannte Motiv zu prüfen, sondern das Umfeld. Wie kann das "Motiv" von allen vom Sujet ablenkenden oder sogar störenden Elementen befreit werden.
Wie kann das Motiv möglichst einfach und klar präsentiert werden? Lassen sich beispielsweise unschöne Überschneidungen von Motivelementen mit dem Hintergrund verhindern? Kann das durch Verlassen der Augenhöhe beim Fotografieren erreicht werden?
Ordnung und Klarheit
Erst vor einigen Tagen habe ich wieder gesehen, wie sich Touristen in München neben ein Denkmal stellten und fleißig gegenseitig fotografierten. Keinem ist scheinbar dabei der helle Zaun einer kaum 5m entfernten Baustelle, noch das gelbe Lieferantenfahrzeug aufgefallen, das ebenfalls störend neben dem Motiv stand. Das kann nie und nimmer ein vorzeigbares Erinnerungssbild geworden sein, sondern eines, das in die Kategorie "Bilder mit Ausreden und Entschuldigungen" fällt. Ein knapper Ausschnitt und der Einsatz des vorhandenen Tele- statt Weitwinkelobjektivs hätten dagegen Bilder mit Ordnung und Klarheit geliefert.
Das Motiv soll das Bild beherrschen und klar in der Form zu erkennen sein.
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