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Leider wird viel zu häufig mit einer Brennweite gestaltet, die scheinbar von "Sachzwängen" gefordert wird. Ein praktisches Beispiel: So greifen viele Fotografen zur Weitwinkeleinstellung, meist sogar zu der kürzestmöglichen Brennweite, wenn er eine enge Gasse voller quirligen Lebens in Szene setzen wollen. Das Ergebnis: Langweilig, weil die Weitwinkelperspektive den Raum dehnt, den nahen Vordergrund unverhältnismäßig groß und den Hintergrund extrem klein wiedergibt. Hier muß, soll die Atmosphäre
der "überquellenden" Gasse dargestellt werden, eine Telebrennweite zum Einsatz kommen. Erst die damit zu erzielende
"raumraffende" Wirkung füllt die Gasse mit "Menschengewühl", denn plötzlich scheinen sich die Leute gegenseitig
auf die Füße zu treten. So gibt es für jede Brennweite ganz typische Sehgewohnheiten. Und diese werden sehr stark
vom Verhältnis Aufnahmeentfernung zum Motiv einerseits und vom Motiv zum Hintergrund andererseits beeinflußt. Das ist auch der Trick dieser beiden Aufnahmen, annähernd gleicher Abbildungsmaßstab, doch einmal mit Superweitwinkel und einmal mit einem Tele um 135 mm. So einfach kann Bildgestaltung sein. |
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